Lebendige Texte schreiben mit Bumm-Bumm-Tschack! So verleihen Sie Ihren Texten einen mitreißenden Rhythmus

Lebendige Texte schreiben

 

Lebendige Texte schreiben. Texte, die das Besondere haben, die funkeln und zum Weiterlesen animieren. Nicht gerade einfach.

 

Wir waren alle schon einmal an einem Punkt, da wir dachten: „Falsch ist das nicht, was ich da geschrieben habe. Aber irgendwas ist seltsam. Der Text klingt kraftlos und langweilig. Jedenfalls nicht lesenswert.“

 

Vielleicht fehlt Ihrem Text in solchen Fällen einfach nur ein wenig Swing. Rhythmus begeistert uns in der Musik und er wohnt auch guten Texten inne. Schlechten nicht.

 

Damit Ihre Texte zukünftig den Groove haben, der Leser begeistert, hier 5 Tipps, wie sie lebendige Texte schreiben.

„Rhythmus ist nix zu essen.“

Doch bevor Sie erfahren, wie Sie Ihren Texten zu mehr Rhythmus verhelfen, klären wir zuerst, was Rhythmus ist. Beziehungsweise, was ich darunter verstehe.

 

Viele denken, ein einfacher Takt sei schon ein Rhythmus. Ein Takt bildet jedoch nur die Grundlage.

 

Nehmen wir zum Beispiel die bekannteste aller Taktarten, den 4/4-Takt:

Klingt relativ langweilig, nicht wahr? Vor allem, wenn man sich vorstellt, das ginge jetzt noch sekunden-, minuten- oder gar stundenlang so weiter.

 

Aber selbst wenn wir einen einfachen Rhythmus spielen, wird es nicht viel abwechslungsreicher:

Erst wenn wir variieren, verzögern, verlängern, Pausen einbauen, klingt es interessant. Beachten Sie: Das grundlegende Muster ist immer noch der 4/4-Takt:

Genauso verhält es sich mit Ihren Texten. Die Grundlagen, die sie benötigen, sind vergleichsweise einfach.

 

Schreiben Sie ruhig erst einmal einfach drauf los. Und nutzen Sie dann folgende 5 Tipps, um aus einem langweiligen und eintönigen Geschreibsel einen Text mit Rhythmus und Groove zu schaffen. Das geht. Versprochen.

#1: Variieren Sie Satzlänge und -stellung

Viele schreiben immer gleichlange Sätze. Sie haben auch immer die gleiche Satzstellung. Am Anfang geht das noch. Aber irgendwann beginnt es zu leiern. Es wird mit der Zeit langweilig. Daher sollten Sie das vermeiden.

 

Haben Sie’s gemerkt? Gegen Ende des letzten Abschnitts tat es beinahe schon weh. Achten Sie also darauf, dass Sie die Satzlängen und – wenn möglich – auch die Satzstellung ein wenig variieren.

 

Lebendig schreiben, heißt „atmend“ zu schreiben: Einatmen, ausatmen. Es variiert, es ist in Bewegung, es fließt.

 

Nicht vergessen: Grundsätzlich sind kurze Sätze im Marketing ein Muss. Warum? Nun, ganz einfach: Damit möglichst viele Leser möglichst alles verstehen.

 

Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen „etwas zu kompliziert“ und „etwas zu simpel“, wähle ich die zweite Variante. Sie sollten natürlich weder Ihre Ausdrucksweise noch Sachverhalte allzu sehr vereinfachen. Und immer Ihre Zielgruppe im Auge haben.

 

Wenn Ihr Wunschkunde ein Fabrikarbeiter ist, schreiben Sie anders als wenn er, sagen wir, ein Naturwissenschaftler ist. Völlig klar.

 

Als grober Richtwert jedoch gilt: Schreiben Sie Sätze, die zwischen 15 und 20 Wörtern lang sind. Durchmischen Sie diese mit kurzen Aussagen. Und wenn Sie sicher sind, dass Sie die ungeteilte Aufmerksamkeit Ihres Lesers haben, können Sie ab und an dazu übergehen und längere Sätze einflechten. Aber mit Bedacht.

#2: Nutzen Sie den guten alten Punkt

Wenn Sie meinen Newsletter abonniert haben, wissen Sie es schon: Der Punkt ist das mächtigste Satzzeichen, das uns zur Verfügung steht. Und er kann uns dabei helfen, lebendige Texte zu schreiben.

 

Glauben Sie nicht?

 

Na. Dann. Schauen. Sie. Mal. Was. Hier. Gerade. Passiert.

Sie. Machen. Gedanklich. Pausen.

Und. Das. Nur. Weil. Ich. Punkte. Benutze.

 

Beeindruckend, was? Aber bitte nicht nachmachen.

 

Überprüfen Sie Ihre Texte und schauen Sie, welches Komma Sie durch einen Punkt ersetzen können. (Das hilft gegen Schachtelsätze.)

 

Ersetzen Sie auch alle Ausrufezeichen durch Punkte.

 

Niemand wird gerne angeschrien, auch nicht in Texten. Fragen Sie sich, wie „erregt“ Sie in einem normalen Kundengespräch sind. Sagen Sie eher: „Wenn Sie was brauchen, bin ich für Sie da.“ oder plärren Sie tatsächlich: „WENN SIE WAS BRAUCHEN, BIN ICH FÜR SIE DA!!!“?

 

Also. Lassen Sie es. (Ausrufezeichen wirken in vielen Fällen unfreundlich und bestenfalls verzweifelt).

#3: Vergessen Sie Ihren Deutschlehrer

Nichts für ungut, Herr Zimmer.

 

Man lernt Wichtiges im Deutschunterricht. Keine Frage. Aber wenn man es genau nimmt, wäre so etwas wie der letzte Satz bereits nicht korrekt. „Keine Frage.“ ist nicht nur ein unvollständiger Satz („Ellipse“ in der Fachsprache), er ist auch noch umgangssprachlich.

 

Im Marketing ist das aber okay, denn Sie wollen mit Ihren Kunden einen Dialog führen. Verhalten Sie sich also am besten so, wie Sie es auch im Gespräch mit einem Freund oder einem Geschäftspartner tun würden, der Ihnen sympathisch ist.

 

Das heißt nicht, dass Sie Ihre Texte mit „ähs“ und unangenehmen Pausen durchsetzen sollen. Aber trauen Sie sich ruhig:

  • Satzfragmente zu benutzen. (Ein Satz muss nicht zwangläufig Subjekt und Prädikat haben. Solange klar ist, was der Satz bedeutet.)
  • Sätze auch mal mit „Und“, „Oder“ und „Aber“ zu beginnen.
  • verkürzte Wörter zu benutzen. (Eigentlich heißt es: „Ich habe Ihnen etwas zu sagen.“ Aber auch ein „Ich habe Ihnen was zu sagen.“ ist völlig legitim.)

Lebendige Texte schreiben heißt, so zu schreiben, wie man spricht. Das klingt lockerer und lässt mehr von Ihrer Persönlichkeit durchscheinen. Ein unverzichtbares Merkmal Ihrer Kommunikation, wenn Sie eine intensive und langfristige Kundenbeziehung aufbauen möchten.

 

Denn Menschen machen mit Menschen Geschäften.

#4: Aller guten Dinge sind drei

Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen.

 

Marketer und Redner benutzen häufig Dreiergruppen von Ausdrücken und Wörtern.

 

Warum? Nun, wir neigen dazu, uns Dinge in Dreiergruppen besser zu merken. Doch damit nicht genug. Richtig eingesetzt, lässt sich damit auch der Rhythmus Ihrer Texte positiv beeinflussen.

 

Achten Sie mal auf die Rhythmik und Sie merken: Das ist eingängig:

  • Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist
  • Eat, Pray, Love
  • Sex, Drugs and Rock ’n Roll
  • „Ich kam, sah und siegte.“
  • Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
  • höher, schneller, weiter
  • Blut, Schweiß und Tränen
  • und, und, und

Nutzen Sie diese Regel zur Rhythmisierung Ihrer Texte.

 

Beispiel: Anstatt zahllose Merkmale und Vorteile Ihrer Dienstleistung oder Ihres Produkts aufzulisten, konzentrieren Sie sich auf die besten 3. (Für die weiteren findet sich später sicher auch noch ein Platz.)

 

#5: Nutzen Sie Hervorhebungen (sparsam)

Sprachpuristen behaupten, die Betonung eines Satzes müsse sich aus dem Kontext ergeben.

 

Richtig. Sehe ich ähnlich.

 

Allerdings sprechen wir hier von Marketing-Texten. Wir wollen nicht riskieren, dass unser Leser etwas falsch versteht.

 

Daher ist nichts dabei, Hervorhebungen zu verwenden. Wenn Sie besonderen Wert auf ein Wort legen, machen Sie es ruhig kursiv oder auch fett. Entscheiden Sie sich aber am besten für nur eine Hervorhebung. Das reicht. Es muss nicht fett UND kursiv sein.

 

Und wie Sie im letzten Satz gesehen haben, können Sie selbstverständlich auch Großbuchstaben benutzen, um einzelne Wörter zu betonen. Aber auch hier: Mit Bedacht.

 

Denken Sie immer daran: Wenn Sie alles betonen, sticht nachher nichts mehr heraus.

 

Die Rhythmik hängt stark von der Akzentuierung ab. Es ist ein Unterschied, ob ich sage:

  • Ich bin ein Texter.“ (Klingt so, als habe jemand anderes versucht, mir diesen „Titel“ streitig zu machen.)
  • „Ich bin ein Texter.“ (Jemand hat vielleicht behauptet, ich sei kein Texter. Aber ich bestehe darauf.)
  • „Ich bin ein Texter.“ (Und nicht zwei. Okay, ich gebe zu: Das ist kein sehr realistisches Beispiel.)
  • „Ich bin ein Texter.“ (Und kein Metzger. Oder Häcksler.)

Viermal derselbe Satz. Vier unterschiedliche Rhythmen. Vier Unterschiedliche Bedeutungen.

 

Wenn Sie also besonderen Wert auf die Betonung eines Wortes legen, machen Sie es kenntlich. So einfach ist das.

Lebendige Texte schreiben sich nicht von alleine

Sie sehen, es gibt ein paar einfache Regeln, mit denen Sie auch im Nachhinein drögen und farblosen Texten Leben einhauchen können:

  • Wechseln Sie kurze und lange Sätze ab. Achten Sie dabei aber nicht auf strikte Regelmäßigkeit. (Also nicht immer ein langer Satz, gefolgt von einem kurzen Satz.) Rhythmus lebt von der Abwechslung und der Unvorhersehbarkeit.
  • Nutzen Sie Punkte.
  • Vergessen Sie manch in der Schule gelerntes Wissen, wie z.B. „Ein Satz hat immer ein Subjekt und ein Prädikat.“
  • Nutzen Sie die „Dreierregel“.
  • Hervorhebungen erleichtern, richtig eingesetzt, das Verständnis und beeinflussen die Rhythmik Ihres Textes.

Variieren Sie. Spielen Sie. Und erzeugen Sie mit Ihren Texten einen Sog, dem sich der Leser nur schwer entziehen kann. (Gemerkt? Eine Dreiergruppe.)

 

Haben Sie bereits Texte verfasst, bei denen Sie das Gefühl haben, ein wenig Rhythmik würde nicht schaden?

 

Beginnen Sie noch heute mit der Überarbeitung. Sie haben das grundlegende Handwerkszeug ja gerade gelernt.

 

Jeder, der schreiben kann, kann lebendige Texte schreiben.

 

Jede Verbesserung, sei sie auch noch so klein, ist ein Schritt in Richtung mehr Erfolg.

 

Also: Hauen Sie rein.

Herzlichst,


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Porträt Christian Krauß

Mein Name ist Christian Krauß. Ich bin Texter, Lektor und Kommunikationsliebhaber. Ich unterstütze Unternehmen bei Ihrer Kommunikation mit dem Kunden. Ganz gleich, ob Webseiten, überzeugende Texte oder ansprechend gestaltete Werbemittel: Gutes Marketing ist kein Privileg großer Betriebe. Wenn man sie entsprechend gestaltet, ist gute Kommunikation einfach, überzeugend und bezahlbar. Und sie macht Spaß!