Geben – Die andere Art, sein Netzwerk auszubauen

Ein Großteil des Erfolgs mache das eigene Netzwerk aus, heißt es. Und es leuchtet ein, dass es von Vorteil ist, jemanden zu kennen, der jemanden kennt, der wiederum einen kennt, der ... Doch es gibt eine häufig übersehene Art zu netzwerken, die auf lange Sicht erfolgversprechender ist, als schlichtes „Klinkenputzen“.

Gestern klingelte überraschend mein Telefon. Am anderen Ende der Leitung war eine liebe, ehemalige Kollegin, mit der ich vor mittlerweile über drei Jahren in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zusammenarbeitete. Schon länger hatten wir nichts mehr voneinander gehört, was den Anruf zu einer umso angenehmeren Überraschung machte.

 

Sie ahnen es bereits: Das Ganze erzähle ich nicht, um Sie mit Berichten über mein Privatleben zu langweilen. Es gab da vielmehr etwas, das meine Ex-Kollegin sagte, was mir wieder einen wichtigen Aspekt bewusst machte, den ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

 

Als wir uns über unser Schaffen austauschten, sagte sie irgendwann sinngemäß: „Ich habe Geschick darin, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen miteinander in Kontakt zu bringen.“

 

Warum ist das wichtig? Nun, das ist für mich die Essenz erfolgreichen Netzwerkens. In dieser Sichtweise ist nicht derjenige der bessere Netzwerker, der bei einem Treffen 20 Visitenkarten verteilt, sondern derjenige, der 20 Visitenkarten sammelt. (Das eine schließt das andere im Übrigen ja nicht aus.)

Geben – Nehmen – Netzwerken

Warum aber sollte es sinnvoller sein, mehr Visitenkarten zu sammeln als zu verteilen? Die Antwort liegt in der differenzierten Betrachtungsweise. Nicht nur das Nehmen ist wichtig, sondern vor allem das Geben (nicht Visitenkarten, sondern gemeint im übertragenen Sinne).

 

D.h. konkret – um bei unserem Visitenkartenbeispiel zu bleiben–, sammele ich viele Kontakte ein, bin ich umso eher in der Lage, Menschen miteinander in Verbindung zu bringen.

 

Person A kommt aus dem Gesundheitsbereich und hat ein Problem bei der Implementierung eines Datenbanksystems. Gut, dass ich Person B kenne, die Datenbankexpertin ist.

 

Warum nicht beide miteinander bekannt machen und damit … *Trommelwirbel* … EINFACH HELFEN?

 

Zu helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, erscheint in geschäftlicher Hinsicht zunächst wenig zielführend. Scheinbar habe ich nichts davon, wenn Person A und B miteinander kooperieren.

 

(Natürlich hat man das wohlige Gefühl, geholfen zu haben, das man nicht unterschätzen sollte.)

 

Aber auch ganz pragmatisch betrachtet, zahlt sich diese Sichtweise aus. In seinem Buch Give and  take – A Revolutionary Approach to Success zeigt Adam Grant auf, dass die erfolgreichsten Unternehmer das Bedürfnis haben, anderen zu helfen. Es sind die so genannten Geber.

 

Geben ist damit nicht nur seliger denn Nehmen, sondern macht auch erfolgreicher!

 

Dazu gehört bspw. auch, zuzugeben, dass ein Konkurrent einem Kunden besser helfen kann als man selbst. Man verzichtet deshalb vielleicht sogar auf den Auftrag. Der großartige Nebeneffekt ist aber: Sie selbst bleiben als Vermittler, als Helfer sowohl beim Kunden als auch beim Kollegen in bester Erinnerung.

 

Man denkt bewusster an Sie, als wenn Sie einem von beiden schlichtweg Ihre Visitenkarte in die Hand gedrückt hätten.

 

Netzwerken ist also mehr als einfach nur „ein Knoten“ im Netzwerk zu sein und die eigenen Anknüpfungspunkte auf- und auszubauen. Auch die Herstellung von Verbindungen zwischen entfernten Knoten (um im Bild zu bleiben) gehört dazu und macht auf lange Sicht erfolgreicher. Ganz zu schweigen von dem Gefühl der Zufriedenheit, das sich einstellen kann, wenn man selbstlos geholfen hat.

 

Wichtig dabei ist natürlich, dass man eigene Bedürfnisse nicht völlig verleugnet. Helfen Sie da, wo es erforderlich ist, aber machen Sie daraus keinen Zwang. Es mag auch Situationen geben, in denen zu große Selbstlosigkeit kontraproduktiv ist. Nämlich immer dann, wenn Sie sich selbst vollkommen aus den Augen verlieren.

 

Alles was dafür erforderlich ist, ist Ehrlichkeit anderen und sich selbst gegenüber.

 

Ach ja: Das Telefonat mit meiner Kollegin drehte sich nicht um eine konkrete Zusammenarbeit. Aber sobald ich jemanden kennenlerne, der ihre Hilfe brauchen könnte oder sich eine sonstige Chance der Kooperation ergibt, weiß ich, bei wem ich mich melden werde … Es ist oft einfacher als man denkt.


Mein Name ist Christian Krauß. Ich bin Texter, Lektor und Kommunikationsliebhaber. Ich unterstütze vorwiegend kleinere Unternehmen bei Ihrer Kommunikation mit dem Kunden. Ganz gleich, ob professionelle Webseiten, überzeugende Texte oder ansprechend gestaltete Werbemittel: Gute Werbung ist kein Privileg großer Betriebe. Wenn man sie entsprechend gestaltet, ist gute Kommunikation einfach, überzeugend und bezahlbar. Und, ja, sie macht sogar Spaß!




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