Lustige Markennamen: 11 Übersetzungspannen

Foto: PR von Niuton may (CC BY 2.0)

 

Ja, sie ist nicht so einfach, diese Sache mit der Globalisierung. Zwar können Unternehmen potenziell weltweit einen Absatzmarkt finden, doch gibt es sprachliche Gegebenheiten der Landessprache zu beachten, will man sein Produkt verkaufen. Und so werden aus dem simplen Produktnamen im einen Land lustige Markennamen im anderen Land.

Autohersteller

1)

Das klassische Beispiel für unglückliche, lustige Markennamen ist wohl Mitsubishis Geländewagen Pajero. Warum dieser in spanischsprachigen Ländern unter dem Namen Montero verkauft wird, wird klar, wenn man weiß, dass „pajero“ im Spanischen des lateinamerikanischen Raums „Wichser“ bedeutet. Nunja.

 

2)

Bleiben wir kurz bei dem Schweinkram und erwähnen an dieser Stelle den Ford Pinto. Wie die Verkaufszahlen in Brasilien aussahen, ist mir nicht bekannt. Ein ungläubiges Lächeln könnte er dort jedoch ausgelöst haben, da „pinto“ ein kleines, männliches Genital bezeichnet.

 

3)

„Wir brauchen was Brachiales, etwas, das für Kultur und Gediegenheit steht“, dachte man sich wohl im Hause Volkswagen, als man den Namen Phaeton kreierte. Griechische Mythologie ist ja nie verkehrt, nicht wahr ...


Dass der mythologische Phaethon den Sonnenwagen seines Vaters Helios zu Schrott gefahren und dadurch ein Chaos ausgelöst hat, das erst von Zeus behoben werden konnte und zu guter Letzt in den Fluss Eridanus gestürzt ist, wusste man in der Marketing-Abteilung nicht, oder man ging einfach davon aus, dass die Kundschaft es nicht weiß.


Prima Name, wenn man bedenkt, dass gerade ein Auto ein Gefühl von Sicherheit vermitteln soll.

 

Fluggesellschaften

4)

„Schnell, was ist Ihr Lieblingsvogel?“

 

„Äh, Emu?“

 

„Ok.“

 

So oder so ähnlich muss die Namenswahl abgelaufen sein. Wie sonst ist es zu erkären, dass sich die bis 2005 bestehende australische Fluglinie Emu Airways nach einem flugunfähigen Vogel benannt hat.

 

Lebensmittel/Sonstiges

5)

Ein Parfüm Rockford nennen. Kann man machen. Es könnte aber natürlich einen Franzosen (und jeden anderen Käsekenner) an den streng riechenden Käse Roquefort erinnern, was in diesem speziellen Fall vielleicht besonders ungünstig ist.

 

6)

Auch in Brasilien vertreibt Nestlé seinen Instantkaffee Nescafé. Kaffeeliebhaber würden vielleicht sagen, dass Instantkaffee kein echter Kaffee ist. Und in der Tat kann man im Portugiesischen „n'es café“ als „ist kein Kaffee“ verstehen.

 

7)

Darüber dass der Lockenstab Mist Stick auf dem deutschen Markt Probleme haben könnte, war man sich im Hause Clariol vermutlich vorab auch unklar.

 

8)

Weniger Unwissenheit, sondern einem sehr selbstbewussten Auftreten ist es wohl zu verdanken, dass der spanische Hotelzubehör-Lieferant Servicio de Hostelería Industrial de Terrassa die Abkürzung S.H.I.T. benutzt. Ja, wirklich.

 

Slogans

9)

Auch wörtliche Übersetzungen können zu Belustigung führen. So warb die schwedische Haushaltswarenfirma Electrolux in den 1960er Jahren mit dem Spruch „Nichts saugt wie ein Electrolux“. Man ahnt es... Trommelwirbel ... Im Englischen wurde daraus „Nothing sucks like an Electrolux“, bis man den Spruch kurze Zeit später änderte.

 

10)

Über die Wirksamkeit von Energy-Drinks mag ja gestritten werden, aber dass eine simple Cola die Toten wiederbelebt, ist doch reichlich unwahrscheinlich. Jedoch wurde der Pepsi-Spruch „Come alive with the Pepsi generation“ in Taiwan falsch als „Pepsi bringt deine Vorfahren von den Toten zurück“ übersetzt.

 

Mythos

11)

Ein weiteres häufig als Marketing-Panne angeführtes Beispiel, das aber jeder Grundlage entbehrt, ist das des Chevy Nova. Dass „no va“ im Spanischen theoretisch „geht nicht“ bedeuten kann, mag stimmen. Diese Assoziation dürfte jedoch aufgrund von unterschiedlicher Aussprache bei den wenigsten Spanisch sprechenden Menschen ausgelöst werden. Im Übrigen scheinen die Verkaufszahlen in keinster Weise unter dem „umstrittenen“ Namen gelitten zu haben.

Lustige Markennamen und misslungene Slogans wird es vermutlich immer wieder geben. Ein Beispiel aus neuerer Zeit ist das Nokia-Mobiltelefon Lumia. Auch hier gab es findige Menschen, die ermittelten, dass „lumia“ wohl in einigen wenigen Teilen Spaniens als „Prostituierte“ übersetzt werden kann. Aber auch hier ist die Aufregung vermutlich nicht angebracht, da diese Bedeutung selbst unter Muttersprachlern wenig bekannt ist. Zudem führt eine wachsende interkulturelle Kompetenz dazu, dass lustige Markennamen mit der Zeit weniger werden. Schade für uns als distanzierte Betrachter, gut für die Marketing-Abteilungen.